17.10.2008 | "Aufgeben werde ich so schnell nicht."

Hallo meine Fans,

bei allem Trubel in den letzten Woche finde ich heute endlich einmal Zeit, mich bei Euch zu melden. Zugegeben: Nach den US Open ist es ein wenig still um meine Person geworden. Das lag zum einen natürlich daran, dass ich enttäuscht über mein frühes Ausscheiden war. Zum anderen benötigte mein Körper aber auch die Zeit der Regeneration und ich selbst ein wenig Ruhe. All den Rückschlägen, die einen immer dann ereilen, wenn man gerade glaubt, es liefe wieder, musste ich erst einmal Tribut zollen und das Erlebte verarbeiten.

In Flushing Meadows war ich natürlich hochmotiviert und gleichzeitig guter Dinge, länger im Turnier bleiben zu können. Aber leider machte mir wieder einmal eine Verletzung einen Strich durch die Rechnung. Gerade bei seinem Lieblingsturnier will man bekanntlich immer sein Bestes geben. Leider blieb mir das auf Grund der Entzündung im rechten Ellbogen verwehrt. Ich hatte schon länger Probleme mit dieser Behinderung am Schlagarm und war nun gezwungen, etwas dagegen zu unternehmen.

Ich begab mich also zur Behandlung nach Deutschland in die Hände von Dr. Müller-Wohlfahrt, der wieder einmal erstklassige Arbeit leistete. Auch die Reha bei Klaus Eder verlief optimal, so dass ich schon bald wieder mit leichtem Aufbautraining beginnen konnte.

Das ist auch der aktuelle Stand der Dinge: Ich schufte derzeit schwer und trainiere hier in Las Vegas hart für mein Comeback. Wann allerdings mit meiner Rückkehr zu rechnen ist, kann ich selbst noch nicht sagen. Wichtig ist in erster Linie, dass ich zunächst keine Schmerzen mehr verspüre und hundertprozentig fit bin. Vorher werde ich mich nicht auf den Platz wagen. Denn erst dann kann ich wieder in die Vollen gehen und angreifen. Vielleicht kann ich im Januar bereits wieder spielen, vielleicht aber auch erst später. Ich möchte mir die Latte dabei selbst nicht zu hoch legen. In der Hinsicht ist zur Zeit Geduld angebracht. Wirklich freuen würde ich mich natürlich, 2009 auch wieder bei einem der Grand-Slam-Turniere dabei sein zu können. Aber auch dieses Ziel liegt noch in weiter Ferne und gehört sicher nicht zu den primären. Mir ist klar, dass ich zunächst einmal kleine Brötchen backen muss. Übertriebener Optimismus ist da fehl am Platz. Aber, und da könnt Ihr sicher sein, aufgeben werde ich so schnell nicht.

Nach meinem Ausscheiden kursierten, wie Ihr sicher vernommen habt, auch Rücktrittsgerüchte um meine Person in der Presse. Ich muss dazu sagen, dass ich in einem Gespräch mit einem Journalisten durchaus erwähnt habe, dass ich, falls ich noch ein viertes Mal unters Messer müsste, mir die Frage stellen würde, ob es das Ganze denn noch wert sei. Die kräftezehrenden Schmerzen, das harte Aufbautraining - man mutet seinem Körper dabei doch einiges zu. Momentan sehe ich allerdings keinen Anlass für eine solche Überlegung. Ich fühle mich gut und möchte noch einmal zurück auf die ATP-Tour kommen. Mein Körper signalisiert mir jedenfalls, dass mein Zenit noch nicht erreicht ist. Und das lässt mich positiv in die Zukunft blicken.

Vergangenen Samstag lud mich André Agassi ins Wynn Casino zu seinem jährlichen "Grand Slam For Children"-Benefizkonzert ein. Auf der Bühne performten dabei eine Reihe von echten Musikgrößen: Sheryl Crow sang zum Beispiel ein beeindruckendes Duett mit Rod Stewart. Außerdem gaben sich die Killers die Ehre und auch Natasha Bedingfield holte sich berechtigterweise ihren Applaus ab. Das war wirklich ein Super-Abend!

Bei all dem Spaß, den wir dort hatten, darf man aber nicht den eigentlichen Beweggrund dieser Charity-Veranstaltung vergessen: André setzt sich für hilfsbedürftige Kinder ein. Und das ist eine wirklich tolle Sache, die ich gerne unterstütze.

Euch ist sicherlich aufgefallen, dass sich diese Webseite in einem neuen Gewand präsentiert. Ich hoffe, das Layout sagt Euch zu. Von nun an arbeiten die Leuten von der Kommunikationsagentur Seven Dead Cats an meiner Page. Sie haben mir versichert, dass diese Seite in kurzer Zeit schon mit neuen Features noch viel lebendiger wirken wird. Schaut am Besten einfach häufiger hier vorbei: Es wird sich einiges tun.

So weit, so gut. Ich werde Euch in Zukunft also häufiger auf dem Laufenden halten. Das verspreche ich Euch. Drückt mir doch bitte dafür im Gegenzug die Daumen, dass in den nächsten Wochen alles reibungslos verläuft und ich schnell wieder über eine Rückkehr ins Tennis-Business nachdenken kann.

Viele Grüße aus Vegas,

Euer Tommy



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